Pat Condell: A god of life / Benny Hinn / Benny Hill

Pat Condell veröffentlich regelmässig recht unterhaltsame religionskritische Videos auf Youtube.

Schön, dass er wieder einmal über alle Religionen herzieht, und nicht nur den Islam. Der fällt zwar in letzter Zeit öfter auf, aber man sollte nicht vergessen, dass die Religionen allesamt ähnlich kritikwürdig sind.

Ach ja, hier nochmal etwas lustiges:

Der meint es allerdings ernst. Hat mich fast noch mehr zum Lachen gebracht, als das obere Video. Cheeesus! 😛

Die Idee, ihn mit seinem fast-Namensvetter zu vereinen hatte zum Glück bereits jemand anderes – so bleibt mir die Arbeit erspart:

Benny Hill macht alles lustig. Wirklich alles. Verkehrsunfälle. Atomkriege. Völkermord.

Und sogar evangelikale Prediger.

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Pat Condell: A god of life / Benny Hinn / Benny Hill

Steuerfinanzierte Esoterik

Kassensturz vom 25.05.2010

Offenbar werden Steuergelder in der Schweiz nicht nur für christlichen Voodoo-Zauber aus dem Fenster geworfen, sondern auch für andere Esoterik.

Mehr zur Grander-Eso-Quacksalberei: http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2010/07/wie-die-granderwasserfirma-funf-jahre-lang-eine-wissenschaftliche-studie-unterdruckte.php

Steuerfinanzierte Esoterik

Freidenker-Hochschulgruppe fordert Stopp von missionarischen Veranstaltungen an der ETH

Die evangelikalen Lobbyorganisationen Campus Live und Dozentenforum führten am Dienstag, 13. 7.2010 und 15. 7.2010 eine Propagandaveranstaltung mit dem Chemiker Henry F. Schaefer III., z.Z. als Gastprofessor in der Schweiz, an der ETH Zürich durch. In seinem Vortrag “The Big Bang, Stephen Hawking and God” suggeriert der Fellow des kreationistischen, d.h. anti-evolutionären Discovery Institutes (Seattle) die absurde These, die Urknalltheorie lasse auf die Existenz des christlichen Schöpfergottes schliessen. Dies in erster Linie, indem er so ziemlich jeden Wissenschaftler zitiert, der je das Wort „Gott“ benutzt hat. Die „Argumentation“ besteht aus Anekdötchen, Strohmannargumenten und einer Aneinanderreihung der erwähnten Zitate.

Schaefers Ideen entbehren jeder wissenschaftlichen Grundlage, er vertritt eine äusserst fragwürdige, rein religiöse Glaubenslehre.

Die Veranstaltung war gespickt mit missionarischen Einwürfen, wie z.B. der Empfehlung, täglich eine Stunde in der Bibel zu lesen – zumindest in der Dienstags-Veranstaltung. In der Donnerstagveranstaltung verzichtete Schaefer auf diesen Hinweis, nachdem im Saal bereits zuvor Protest darüber laut wurde, dass das ganze sich als christliche Propagandaveranstaltung herausgestellt hatte. Auf dem Feedback-Formular der Organisatoren (Campus Live & Dozentenforum) hätte man sich für ein weiteres “Treffen mit Prof. Schaefer zum Thema wie kann ich Gott persönlich kennen lernen” und für “Alpha-Live-Kurse mit Inputs und Diskussionen zu Themen wie: Wer war Jesus? Warum und wie bete ich? Wie führt uns Gott? Heilt Gott heute noch Krankheiten“ anmelden können.

Die Veranstaltung erscheint als besonders problematisch angesichts der Tatsache, dass das Raumbenützungsreglement der ETH vorsieht, dass Veranstaltungen durch Dritte nicht bewilligungsfähig sind, wenn

Art. 10 Abs. 5 lit.

a. der falsche Eindruck eines Bezugs der Veranstaltung oder der Veranstalter zur ETH entstehen könnte;
[…]
d. die Veranstaltung einen politischen oder konfessionellen Charakter hat.

Die Hochschulgruppe frei denken – eine junge Vereinigung naturalistisch und säkular orientierter Angehöriger verschiedener Bildungsinstitutionen im Hochschulraum Zürich – sieht den guten Ruf der ETH in Forschung und Lehre durch derartige Auftritte gefährdet. Sie fordert die ETH in einem Protestbrief auf, sich vom genannten Vortrag zu distanzieren und künftig auf die Durchführung unwissenschaftlicher und missionarischer Veranstaltungen dieser Art zu verzichten.

Mitglieder der Hochschulgruppe frei denken verteilten nach der Veranstaltung am Donnerstag Flugblätter, welche die Problematik von Schaefers Argumentation aufzeigten.

Freidenker Hochschulgruppe

Freidenker-Hochschulgruppe fordert Stopp von missionarischen Veranstaltungen an der ETH

Kunstfreiheit und Blasphemieparagrafen

Zwei Kuratoren stehen in Moskau vor Gericht. Der Grund? Die Ausstellung „Verbotene Kunst – 2006“, in welcher Werke bekannter zeitgenössischer Künstler, welche der (Selbst-)Zensur russischer Museen und Galerien zum Opfer gefallen waren, gezeigt wurden. Unter anderem religionskritische Werke, die z.B. Jesus auf einem Coca-Cola-Plakat mit dem Slogan „This is my blood“ abbilden. Die Anklage plädiert auf einen Schuldspruch wegen der Verletzung religiöser Gefühle und fordert drei Jahre Haft. Markus Ackeret empört sich in der NZZ von heute (10.7.2010) über den Prozess, über den Einfluss religiöser Fundamentalisten auf den Prozess und über die illiberaeln Gesetze.

Zurecht!

Nur gilt es, etwas wichtiges zu ergänzen: Auch in der Schweiz existiert ein entsprechender Gesetzesartikel. Im Schweizerischen Strafgesetzbuch (StGB, SR 311.0) heisst es:

Art. 261

Störung der Glaubens- und Kultusfreiheit

Wer öffentlich und in gemeiner Weise die Überzeugung anderer in Glaubenssachen, insbesondere den Glauben an Gott, beschimpft oder verspottet oder Gegenstände religiöser Verehrung verunehrt,

wer eine verfassungsmässig gewährleistete Kultushandlung böswillig verhindert, stört oder öffentlich verspottet,

wer einen Ort oder einen Gegenstand, die für einen verfassungsmässig gewährleisteten Kultus oder für eine solche Kultushandlung bestimmt sind, böswillig verunehrt,

wird mit Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen bestraft.

Entsprechende Anklagen komen vor, entsprechende Prozesse finden statt, Verurteilungen sind freilich selten. Aber es gibt sie. Ein paar Bespiele: In einem Entscheid aus den 60er Jahren wurde vom Bundedsgericht eine Verurteilung im Bezug auf die Darstellung einer nackten, an ein Kreuz gebundenen Frau in einem Film gestützt; In den 70er Jahren erfolgte eine Verurteilung aufgrund einer Kruzifix-Darstellung, bei welcher ein Walt-Disney-Schweinchen am Kreuz hing. Abgestellt wird explizit auf die Gefühle des „Durchschnittsgläubigen“ – in einer Zeit sich radikalisierender religiöser Gruppen und Grüppchen ein Problem. Soll bei Jesus-Karrikaturen auf die Empfindlichkeit des Durchschnittschristen, bei Mohammed-Karrikaturen aber auf diejenige des Durchschnittsmuslims abgestellt werden? Der Gesetzesartikel besteht weiter.

Die Ähnlichkeit zu den in Russland ausgestellten Werken fällt auf.

Die FDP, welche sich als die liberale Partei der Schweiz versteht, kümmert sich wenig bis gar nicht um solche Belange. Die interessiert sich ausschliesslich für Wirtschaftsliberalismus. Die anderen Parteien tendieren auch nicht gerade dazu, bestehende Verbote abzuschaffen – im Gegenteil. Dabei wäre es höchste Zeit, vor der eigenen Tür zu kehren, und endlich auf unsere eigenen, illiberalen Blasphemiegesetze zu verzichten!

Kunstfreiheit und Blasphemieparagrafen