Bedingungsloses Grundeinkommen

In der Nacht zum heutigen ersten Mai habe ich mir die Arena zur Lancierung der Initiative „für ein bedingungsloses Grundeinkommen“ angeschaut.

Festzuhalten:

– Es ist erfrischend, wenn in der Arena tatsächlich diskutiert wird. Es sollten häufiger keine Profi-Parteipolitiker sondern andere Meinungsbilder und Träger eingeladen werden.

– Die zweite Reihe erweitert das Stimmungsbild, die dritte ff. sind sinnlos.

– Schade, aber zu erwarten, dass die Polemiker und Ideologen nur polemisieren und ideologische Ressentiments pflegen (gilt für beide Seiten).

– Die Kommunnismus/Sozialismus-Gleichsetzung war übelst aus der Luft- und abgegrifen.

– Die Initianten sind mir ganz fürchterlich unsympathisch.

– Herr Straub hielt es nicht einmal für nötig, auf die berechtigten und substantiierten makroökonomischen Einwände von Herr Strahm einzugehen. Stattdessen wich er aus und verfing sich (wieder) in humaistischen Allgemeinplätzen. In seiner Position: Ganz schwach.

– Der Herr aus dem Initiativkommitee im Hintergrund rechts war noch schlimmer. Nicht nur ist er aufgrund einer Anspielung offensichtlich Homöophatie-Groupie, nein, auch sein Vokabular ist ganz der Quacksalbermedizin verhaftet: Er will sogar die ganze Schweiz „dynamisieren“. Und dann gendert er bei der Rapportierung einer „plötzlichen Vision“ auch noch frisch von der Leben weg „den Frauen“ ganz generell „die Emotionen“ zu.

– Köppel ist der Ansicht, dass jeder von dem leben können soll, was er mit seiner Erwerbsarbeit verdient. Ist das nicht schon fast sozialistisch?

– Dass der Initiativtext von der konkret vorgestellten Umsetzungsvariante eines bedingungslosen Grundeinkommens nichts enthält, darauf wurde mit keinem Wort hingewiesen. Vorgestellt wurde offenbar einfach die Idee, welche der eine Initiant in einem Büchlein abgehandelt hat. Schwach.

Der Gesamtindruck: Die Initianten sind mir unsympathisch. Ihre politischen Gegner auch. Die Diskussion ist spannend, bedarf aber grossen Fachwissens und wird hoffentlich mehr auf der fachlichen als auf der politisch/polemischen fortgeführt. Die Ökonomie und Mathematik der Idee gehen nicht auf. Schon im Modell nicht, aber erst recht nicht in der realen Welt. Es wäre schön, wenn die Initiative – und die Idee ein für allemal – im fachlich-sachlichen Diskurs statt im politisch-polemischen Schlagabtausch gebodigt würde. Leider ist das Gegenteil zu befürchten.

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Bedingungsloses Grundeinkommen

Ein Gedanke zu “Bedingungsloses Grundeinkommen

  1. Stephan Wanner schreibt:

    Ich bin ein überzeugter Befürworter des bedingungslosen Grundeinkommens. In der Arena sind die Initianten leider nicht sehr überzeugend rübergekommen. Kein Wunder, waren bei der spontanen Studioabstimmung die meisten Teilnehmer dagegen eingestellt.
    Die öffentliche Diskussion des bedingungslosen Grundeinkommens ist höchst wünschenswert. Wenn die Initianten aber wirklich ernsthaft mehr Interesse und Sympathie für diese neue, doch längst überfällige existenzielle Grundsicherungslösung generieren wollen, muss diese Idee in den Medien vermehrt von kompetenten und fähigen Befürwortern vorgestellt werden. Ich vermisste bei jener Arenadiskussion insbesondere auch Klaus Wellershoff im Studio.

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