Zurückhaltende Wiederbelebung

Das Blog ist tot. Es lebe das Blog. Für lange Zeit hat die vorliegende Publikation brachgelegen. Trotzdem verzeichnet sie erstaunlicherweise noch immer vereinzelte Besucher.

Es ist nicht so, dass ich nichts mehr zu sagen hätte. Aber mein Mitteilungsbedürfnis ist – ein Syptom von Altersweisheit? – dorch stark zurückgegangen. Insbesondere in den bisherigen Kernthemen.

Auch wenn meine Meinungsäusserungen im Internet schon seit jeher hauptsächlich anonym erfolgen, bin ich damit generell zurückhaltender geworden. Als Anwalt ist die eigene Person zentraler Bestandteil der Berufstätigkeit. Im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit bin ich auf das Vertrauen meiner Klienten angewiesen. Als angestellter Anwalt habe ich dabei auch die Interessen meines Arbeitgebers zu berücksichtigen. Ich kann es mir nicht leisten, Vertrauensverluste zu riskieren. Meine Weltanschauung, ist kein Thema, über welches ich mich bei der Arbeit und schon gar nicht mit Klienten eingänglich unterhalten würde.

Kommt dazu, dass man als Anwalt zur Wahrung der Interessen seiner Klientschaft und damit zwingend zu Opportunismus verpflichtet ist: In einem Verfahren oder Prozess muss ich als wahr und richtig darstellen, was meinen Klienten nützt. Wie es „wirklich“ ist (sowohl in juristischer als auch in tatsächlicher Hinsicht), darf mich zwar interessieren, ich darf es aber nicht äussern – schliesslich wird auch die Gegenseite alles daran setzen, die Tatsachen zu ihren Gunsten darzustellen. Dies ergibt sich aus der Pflicht zur sorgfältigen und gewissenhaften Berufsausübung gemäss Art. 12 BGFA (http://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/19994700/index.html#a12). Da ich mich im Rahmen meiner Spezialisierung auch mit Fällen auseinandersetze, welche einen Bezug zur Naturwissenschaft haben, bin ich auch hier zurückhaltender geworden. Einerseits aus den genannten Gründen. Andererseits, weil solche Fragen immer auch sehr komplex sind und es viel Arbeit und Zeit erfordert, sich eingehend genug damit auseinanderzusetzen, um sich eine Meinung von genügend hoher Klarheit zu bilden, dass man andere damit beglücken müsste.

Ich habe vor, künftig wieder mehr zu schreiben. Worüber, wird sich zeigen.

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