Craig Venter und das Geheimnis des Lebens

Ein paar Gedanken zur Berichterstattung in 10vor10 über die durch Craig Venters Team komplett mit einem synthetischen Genom versehene Zelle. Ich persönlich finde das einfach nur extrem cool – die Forscher haben sogar die Namen der 46 Hauptmitarbeiter sowie drei berühmte Zitate in den Code eingebaut. Die Zelle ist gemäss 10vor10 „Motor“ und „Kraftwerk“ des Lebewesens. Was natürlich unsinnige Analogien sind, weil Zellen als der Grundbaustein von Lebewesen einfach jede nur denkbare Funktion wahrnehmen. Das Leben ist offenbar wahnsinnig geheimnisvoll. Und das soll gemäss 10vor10 wohl auch so bleiben.

Die Forscher sprechen über „Missbrauchpotential“ und meinen: „Könnte als Waffe eingesetzt werden und Menschen Verletzen.“ Dieses gibt es zweifellos. Die Bioethiker sagen „Missbrauchspotential“ und meinen: „Die Heiligkeit des Lebens könnte verletzt werden. Gott spielen ist böse.“

Die auftretende Dame im 10vor10 meint: „Das geht ja in die Richtung, dass man Leben am Reissbrett entwerfen kann.“ Ja, gute Frau, genau darum geht es in dieser Forschungsrichtung. Und genau das macht ja die enormen Chancen aus – sowohl im Bereich der Erkenntnis als auch der Anwendungsmöglichkeiten. Man redet aneinander vorbei. Und es geht um „Gene“ – was ja schon an sich etwas gefährliches ist. Man will ja schliesslich auch „keine Gene im Essen“.

Ich wittere das nächste Strafgesetz.

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Craig Venter und das Geheimnis des Lebens